Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen: Alles was Sie über die Zertifizierung wissen müssen
Das Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB) ist weit mehr als nur ein Gütesiegel. Für öffentliche Bauvorhaben in Deutschland ist es das zentrale Steuerungsinstrument, um Qualität messbar zu machen und Investitionen langfristig abzusichern. In seiner Struktur eng mit dem DGNB-Standard verzahnt, definiert das BNB, wie heute gebaut werden muss, damit Gebäude auch in 50 Jahren noch ökonomisch und ökologisch bestehen können.
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Was macht das BNB-System so besonders?
Die BNB-Zertifizierung wurde speziell vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) entwickelt. Der entscheidende Unterschied zu reinen Energieausweisen: Das BNB betrachtet den gesamten Lebenszyklus. Von der ersten Skizze über die Rohstoffgewinnung und die Jahrzehnte des Betriebs bis hin zum sortenreinen Rückbau wird alles bewertet.
Ist das BNB verpflichtend?
Ja, für Bundesbauten. Gemäß dem „Leitfaden Nachhaltiges Bauen“ ist die Anwendung für zivile Bauherren des Bundes (ab bestimmten Kostenschwellen) sowie für den Militärbau verbindlich. Auch Länder und Kommunen orientieren sich zunehmend an diesem Standard, beispielsweise für Schulen, Kitas oder Verwaltungsgebäude.
Das Bewertungsschema im BNB: Von 0 bis 100
Grenzwert
Gesetzliches Minimum erfüllt.
Referenzwert
Aktueller Stand der Technik.
Zielwert
Best Practice – maximale Nachhaltigkeit.
Achtung: K.-o.-Kriterien
Ein schlechtes Ergebnis in der Ökologie kann nicht durch Perfektion in der Technik ausgeglichen werden. Jede Hauptgruppe muss Mindestanforderungen erfüllen.
in jeder Hauptgruppe für die Auszeichnung Silber
in jeder Hauptgruppe für die Auszeichnung Gold
Ablauf und Zuständigkeiten: Wer zertifiziert das BNB?
Anders als bei privaten Systemen erfolgt die Zertifizierung im Rahmen der staatlichen Bauverwaltung. Die Prüfung der Konformität übernehmen Stellen des Bundes, wie beispielsweise das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR). Der Bauherr selbst beauftragt in der Regel qualifizierte BNB-Nachhaltigkeitskoordinatoren, welche die Dokumentation steuern und den gesamten Prozess begleiten.
Erforderliche Nachweise für die BNB-Zertifizierung
Für eine erfolgreiche BNB-Zertifizierung müssen verschiedene technische, ökologische und dokumentarische Nachweise erbracht werden. Zu den wichtigsten gehören:
Ökobilanzierung (LCA)
Berechnungen zum Primärenergiebedarf und zur Umweltwirkung auf Basis der ÖKOBAUDAT.
Messprotokolle
Blower-Door-Tests, Schallschutzmessungen sowie Analysen der Innenraumluft (VOC-Messungen).
Materialdeklarationen
Nachweise über schadstoffarme Baustoffe sowie nachhaltige Holzprodukte (FSC/PEFC).
Inbetriebnahmemanagement & Technisches Monitoring
Die Dokumentation der Einregulierung sowie ein Konzept für das Technische Monitoring sind zentrale Bestandteile der BNB-Zertifizierung. Genau hier unterstützt Sie synavision mit digitalen Lösungen für Monitoring, Qualitätssicherung und einen nachhaltigen Gebäudebetrieb.
Ausführliche Informationen zu allen Nachweisen und Bewertungskriterien finden Sie auf der offiziellen BNB-Website.
Zur offiziellen BNB-WebsiteDas Fazit zur Amortisation bei dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen
Keine reine Ausgabe, die Zertifizierung ist eine Wertsicherung. Durch das verpflichtende technische Monitoring und die Optimierung der Lebenszykluskosten sinken die Betriebskosten über die Jahrzehnte massiv. Wer heute „Gold“ baut, vermeidet die „Investitionsruinen“ von morgen, die aufgrund hoher Energiepreise oder neuer Umweltgesetze (EU-Taxonomie) entwertet werden könnten.